Wenn Liebe siegt - Kapitel 8

Zitternd vor Wut sprang sie auf. Sie schrie in an. Schrie all ihre Wut raus, ihren Selbsthass, ihren Hass auf ihn und diese verdammte Liebe.
"Glaubst du im Ernst, dass ich dir verzeihen kann? Glaubst du das im Ernst? Nach all dem, was du mir angetan hast? Verdammt, Piet, ich hab dich geliebt. Mit allem was ich hatte, habe ich dich geliebt. Ich hätte alles für dich gegeben, jede Faser meines Körpers. Noch nie in meinem Leben, habe ich jemanden so geliebt, so abgöttisch jeden Millimeter deines Körpers, jedes Fitzelchen deiner Seele. All das habe ich geliebt. Das damals das war die schönste Zeit in meinem Leben.
Und dafür, dass du mir gezeigt hast, wie schön Liebe sein kann und dieses Traumbild dann jämmerlich zerstört hast, dafür hasse ich dich. Ich werde nie wieder jemanden so lieben können wie dich. Ich werde nie wieder so glücklich sein können, wie mit dir. Du hast das alles verdorben. Eine Hoffnung darauf hast du verdorben, ausgelöscht.
Du glaubst gar nicht, wie weh du mir damals getan hast. Eine Welt ist für mich zusammen gebrochen. Ich hatte nur noch einen Gedanken: Weg von dir, weg, weit weg, irgendwohin wo ich all das vergessen kann.
Als ich hier angekommen bin, habe ich mir mühsam ein neues Leben aufgebaut. Ich habe Freunde gefunden, ich habe mich in der Schule behauptet und ich habe einen Freund gefunden, den ich liebe. Ja, ich liebe ihn, Piet. Es wird zwar nie an die Liebe heranreichen, die ich für dich empfunden habe, aber es ist wenigstens etwas. Und er hat mir gezeigt, dass es doch noch Sonnenschein im Leben gibt.
Als ich hier angekommen bin, war ich ein seelisches Frack. Er hat mich wieder aufgebaut. Er hat mir in die Welt zurückgeholfen.
 Es war alles gut, ich war glücklich hier. Und dann tauchst plötzlich du hier auf und bringst alles durcheinander. Tust so als wäre nie etwas geschehen und fragst dann auch noch frech, ob ich dir verzeihen kann? Was zum Teufel denkst du dir eigentlich dabei?
Ich hasse dich Piet, ich hasse dich!"
Schluchzend brach sie zusammen. Es war zu viel für sie. Sie konnte nicht mehr. Sie wollte einfach nur hier liegen bleiben und weinen.Weinen, bis all der Schmerz aus ihr raus floss.

Er nahm sie in den Arm und versuchte sie zu beruhigen. "Alles wird gut, Liebes, ich bin bei dir."
Wie früher. Liebes. Ich bin bei dir. Geborgen. Sicher. Nichts konnte ihr in seinen Armen etwas anhaben.
Nein. Nein, das war früher so, doch jetzt war sie nicht mehr sein "Liebes".
"Lass mich los. Lass mich in Ruhe. Lass mich endlich in Ruhe Piet."

Als sie weinend und zitternd in ihrem Zimmer ankam, erwartete sie dort schon Andy.
"Hey Baby, was ist los? Warum weinst du? Was ist passiert?"
Sie warf sich ihm in die Arme und begann hemmungslos zu schluchzen. Sie konnte gar nicht mehr aufhören. Jetzt, da die Tränen einmal angefangen haben zu fließen, konnte sie sie nicht mehr zurückhalten. Es war ihr egal, was Andy von ihr dachte. Es war ihr egal, wie sie es ihm nachher erklären müsste. Sie wollte nur noch weinen. Alles aus sich herausweinen.

Und Andy nahm sie in seine Arme und hielt sie ganz fest. So, wie es früher Piet immer getan hatte.

___________________________
Wenn Liebe siegt - Kapitel 1
Wenn Liebe siegt - Kapitel 2
Wenn Liebe siegt - Kapitel 3
Wenn Liebe siegt - Kapitel 4
Wenn Liebe siegt - Kapitel 5
Wenn Liebe siegt - Kapitel 6
Wenn Liebe siegt - Kapitel 7

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen