Nach dem Unterricht ging sie zu ihm vor ans Pult.
"Herr Seibert, könnte.. könnte ich kurz mit ihnen sprechen?" Ihre Stimme brach kurz weg und sie musste heftig schlucken, bevor sie weitermachen konnte. Sie schaute ihn nicht an. Nein, sie konnte nicht in seine Augen blicken.
Verwundert blickte er sie an. Sollte es doch noch Hoffnung geben? Würde sie ihm verzeihen? Nein, das konnte er sich nicht vorstellen. Charly würde ihm nie verzeihen.
"Ja, natürlich. Wir gehen am besten in mein Zimmer."
Auf dem Weg zu seinem Zimmer konnte sich Charly sammeln. Sie würde es schaffen, das stand fest. Sie hatte eine gute Selbstbeherrschung, das wusste sie und er würde es nicht noch einmal schaffen, sie zu verletzten. Das würde sie nicht zulassen. Sie war nicht angreifbar. Sie wollte nur eine Tatsache feststellen.
Dort angekommen, geleitete er sie hinein und machte die Tür zu. Charly schaute sich mit großen Augen um. Alles strahlte förmlich seine Aura aus. Er hatte das Zimmer genau nach seinem Stil eingerichtet. In jedem Winkel, in jedem Eckchen war er zu spüren. Ihr wurde leicht schwindelig, als sie auch noch sein, von ihr früher so geliebtes und in letzter Zeit so vermisstes, Parfum roch.
"Charly ich.."
"Ich wollte nur eins klar stellen, Piet. Ich weiß nicht, warum du hier bist und ich möchte es auch gar nicht wissen. Ich wünschte du würdest wieder verschwinden und mir nie wieder unter die Augen treten. Doch ich kann nun mal nichts daran ändern, dass du nun hier bist. Ich wünsche aber, dass du mir so gut es geht aus dem Weg gehst. Und vor allem, dass du niemanden davon erzählst, dass wir uns kennen. Daniel genauso wenig. Außerdem hör auf mit diesen Spielchen im Unterricht. Oder glaubst du wir können wieder dort weitermachen, wo wir aufgehört haben? Dann irrst du dich gewaltig, mein Lieber, dann irrst du dich gewaltig. Ich verabscheue dich und ich wünschte ich bräuchte die nie wieder zu sehen."
Anfangs war ihre Stimme noch zerbrechlich, doch während sie sprach wurde sie immer lauter und stärker. Wut füllte ihren Bauch aus und brauchte ein Ventil um heraus gelassen zu werden. Sie wollte diese Wut an ihm auslassen, sie wollte ihn spüren lassen, wie sehr er sie damals verletzt hatte. Sie wollte ihm weh tun, so wie er ihr damals weh getan hat.
"Charly, bitte lass mich dir doch erklären. Ich möchte nur, dass du mir zuhörst. Nur ein einziges Mal. Danach werde ich alles tun, was du für richtig hältst. Aber bitte hör mir zu ja?" Seine Stimme war so weich und so zärtlich. Wie ein Lufthauch strich sie um Charly herum und betörte sie.
"Bitte Charly, gibt mir eine Chance mich zu erklären, mehr verlange ich doch gar nicht." Leise und beschwörend vernebelte seine Stimme ihr den Kopf. Langsam nickte sie und setzte sich gleichzeitig auf sein Sofa. Er ließ sich neben ihr nieder. Viel zu nah. Sie spürte, wie jede Pore in ihrem Körper sich danach sehnte ihn zu berühren. Ihre Härchen stellten sich auf und sie bekam Gänsehaut. Warum hatte sie sich nur darauf eingelassen?
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Wenn Liebe siegt - Kapitel 1
Wenn Liebe siegt - Kapitel 2
Wenn Liebe siegt - Kapitel 3
Wenn Liebe siegt - Kapitel 4
Wenn Liebe siegt - Kapitel 5
schööön...
AntwortenLöschenich glaube da war es um ihre selbstbeherrschung geschehen...^^
Liebe Grüße
Schmetterling.
ich hab mich hals über kopf in deinen blog verliebt, wenn ich nur auch so ein talent fürs schreiben hätte :/
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