Wenn Liebe siegt - Kapitel 1

"Nein, nein das kann doch nicht sein." Angst überzog ihr vor Erwartung lächelndes Gesicht. Was hat er hier zu suchen? Er ist doch nicht etwa - der neue Lehrer? Mathe. Physik. Englisch. Peter. Und Daniel Greger, so hieß doch der andere neue Lehrer.
Das sie aber auch nicht früher darauf gekommen ist.


Und schon hielten die Erinnerungen wieder Einzug. Die Erinnerungen, die sie vor 3 Jahren mühsam weggesperrt hatte. Vor 3 Jahren, als sie diesen Neuanfang machen wollte. Hier, in diesem Internat, weit weg von ihrer Heimat. Weit weg von ihm.
Fluchend bahnte sie sich einen Weg durch die anderen Schüler. Nur weg von hier, dachte sie. Ihm ja nicht in die Arme laufen, nicht jetzt, unvorbereitet, angreifbar, verletztlich. Sie musste sich erst einmal wieder fangen und dann die ganze Tragweite überschauen. Nachdenken. Allein sein. Weg von ihm.
"Hey Baby, wo willst du denn hin?"
Mist, Andy hatte bemerkt, dass sie verschwinden wollte. Andy. Ihr Freund. Er sollte sie ja nicht in dieser Verfassung sehen. Er war doch schon so eifersüchtig genug. Als ob er je einen Grund dafür gehabt hätte.
Sie beschleunigte ihr Tempo. Hoffentlich verfolgte er sie nicht. Zuzutrauen wäre es ihm ja.


Endlich gelangte sie am Portal an. Ein schneller Blick hinter sich sagte ihr, dass Andy ihr zum Glück nicht gefolgt war. Sie atmete auf. Und rannte so schnell sie konnte in ihr Zimmer. Keine durfte ihre Tränen sehen. Hier hatte sie noch nie jemand weinen sehen. Warum auch, sie hatte noch keinen Grund dafür gehabt. Diesen Grund hatte sie vor 3 Jahren zurückgelassen. Warum ist er nicht einfach dort geblieben.


Im Zimmer angekommen schmiss sie sich auf ihr Bett. Verzweiflung kroch ihren Körper entlang. Das konnte doch einfach nicht wahr sein. Er. Hier. Bei ihr.
Seit 3 Jahren versuchte sie krampfhaft nicht an ihn zu denken. Ihn zu vergessen. Ihn aus ihrem Leben auszublenden.
Und jetzt tauchte er urplötzlich hier auf. Wie aus dem Nichts. Ohne Vorankündigung. Ohne Vorankündigung? Nein, sie hätte die Zeichen erkennen müssen. Sie hatte nur nicht daran gedacht. Die Vorstellung war ja auch völlig verrückt. Nie hätte sie gedacht, dass er an diesen Ort kommen könnte.


Ob er wegen ihr hier war? Aber nein, das war absurd. Das durfte nicht sein. Es war reiner Zufall, dass er hier ist.
Wenn sie es geschickt anstellte, könnte sie vielleicht sogar etwas dagegen unternehmen. Als Schülersprecherin hatte sie eine Menge Einfluss bei der Direktorin. Sie schätzte sie sehr. Vielleicht konnte sie eine Verlegung erreichen. Irgendein Grund würde ihr schon einfallen.


"Aber willst du das überhaupt?" Leise kroch diese Stimme aus ihrem Bauch herauf. Wollte sie wirklich, dass er geht? Jetzt, wo sie ihn nach 3 Jahren das erste Mal wieder sah?
Ja, natürlich. Er ist selbst daran schuld. Sie würde es ihm nie verzeihen können.
Sie merkte wie in ihr der Ärger auf sich selbst aufstieg. Und gleichzeitig auch die Tränen. Tränen, die sie so lange zurückgehalten hatte. Tränen, die geweint werden mussten. Tränen, die ihn am besten wieder von hier fort schwemmen sollten. 

Nein, sie durfte nicht weinen. Wenn Andy oder irgendein anderer sie hier so sehen würde. Nein, sie durfte sich keine Blöße geben. Und sie durfte vor allem, niemanden etwas davon erzählen.
Am besten sie wusch ihr Gesicht jetzt einmal kurz mit kaltem Wasser und ging dann wieder raus, zu den anderen. Sie musste auch in die Halle, die beiden neuen Lehrer begrüßen. Mitten in der Bewegung hielt sie inne. Oh Gott, was sollte sie tun, wenn sie ihm unter die Augen treten musste?
Ich muss ihm einfach mit kühler Ignoranz begegnen. Hauptsache, die beiden zeigten nicht, dass sie sie kannten. Das wäre eine Katastrophe. 

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Die Idee für diese Geschichte schlummert schon lange in mir. Aber ich habe nicht so wirklich ein Talent fürs Geschichten schreiben. Das, was ich aufschreibe ist nie so, wie es in meinem Kopf war. Ich bin nie wirklich zufrieden. Egal. Ich werde jetzt einmal einen Versuch starten.
Über ehrlich gemeinte Kritik würde ich mich sehr freuen. Vielleicht stelle ich dann auch die Fortsetzung online.
Falls jemand einen Titelvorschlag hätte, wäre das super. In der Hinsicht bin ich noch uneinfallsreicher, als sonst schon ;)

1 Kommentar:

  1. Ach, du bist zu bescheiden. Ich mag deinen Schreibstil & bin schon in der Geschichte gefangen. Ich will unbedingt eine Fortsetzung! (=
    Das ist bei mir auch so, dass es auf dem Blatt Papier nie so perfekt ist, wie es sich in meinem Kopf abspielt. Damit muss man leben. (=
    & den Titel kannst nur du am Besten finden, wir wissen ja nicht, um was es in der Geschichte geht;)
    Liebe Grüße:*
    Schmetterling.

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