Ist unsre Seele wirklich jemals federleicht?
Es ist die Trauer, die dein Leben bestimmt. Du kannst gar nichts dagegen tun. Du kannst solange und so oft kämpfen, wie du willst, der kleinste Schmerz wird sie wieder hochholen. Aus den Tiefen deiner Seele ausgraben und sie wird sich aufbauen, sie wird immer größer werden. Manchmal wird es nur leere Luft sein, die sich in ihr ausdehnt, manchmal wird es reiner Schmerz, reine Selbstzerstörung sein, die sie ausfüllt. Egal, was es ist, es wird immer versuchen dich immer weiter zu verletzten. Es gibt keine Ruhe, bis es dich am Boden sieht. Am Boden, wo du dich krümmen wirst vor Schmerz, wo du versuchst zu weinen, auch wenn du weißt, dass du es nicht kannst. Wo du alles dafür geben würdest, dass es aufhört. Am Boden, wo dir niemand helfen wird, weil dich keiner sieht. Du wirst in den Tiefen des Trauermeers treiben und die Fluten der Erinnerungen werden über dich hinwegwogen, ohne Rücksicht auf Verluste. Es wird keinen ruhigen Hafen, keinen schwankenden Anker, keinen Rettungsring geben. Niemand wird dir zur Hilfe kommen, weil die Fassade hält. Die Fassade, die du dir in jahrelanger, mühsamer Kleinstarbeit zusammengebastelt hast. Sie wird nicht bröckeln, sie wird deiner Umwelt nicht zeigen, in welchen Schmerzen du dich krümmst. Niemand wird etwas bemerken und deshalb wird auch niemand dir zu Hilfe eilen. Du musst selbst versuchen, da wieder heraus zu kommen. Du musst schwimmen lernen und niemand, kein Mensch, kann und wird es dir beibringen. Du musst ganz alleine einen Weg finden. Du wirst Rückschläge erleben, paddelnd mit den Armen in der Flut treiben, dich treiben lassen, weil du keine Kraft mehr hast. Und wenn es dir nicht bald gelingt, aus diesem Meer heraus zu kommen, wird die Kraft kontinuierlich weiter schwinden. Du wirst irgendwann merken, wie immer öfter Wasser in deine Atemwege dringt, wie es dir die Luft zum Atmen nimmt, wie es deine Verzweiflung weiter wachsen lässt. Wasser ist erbarmungslos, es sucht sich immer seinen Weg. Und am Ende wirst du mit ansehen müssen, wie du ertrinkst. Es wird schön langsam vonstatten gehen, nicht so schnell, wie in der realen Welt. Du wirst ertrinken, in Schmerz, Trauer und Hoffnungslosigkeit. Es wird über dich schwappen und dich nicht mehr los lassen. Der Schmerz wird dich von innen heraus auffressen. Und du kannst nichts dagegen tun...
Suche den Weg, sonst wirst du untergehen. Die Zeit rinnt erbarmungslos weiter, sie wird für dich nicht stoppen. Nicht für dich und für niemanden sonst.
Ertrinken - Die Toten Hosen
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