"Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug, als wie zuvor.
Heiße Magister, heiße Doktor gar
und ziehe schon an zehn Jahr
herauf, herab und quer und krumm,
meine Schüler an der Nase herum.
Und sehe, dass wir nichts wissen können,
das will mir schier das Herz verbrennen."
Mal wieder Premierengedanken. Geiles Stück, hammermäßig, was sie sich alle noch einmal gepusht haben. Hätte niemals gedacht, dass es so gut werden kann. Gretchen bleibt wohl doch eher im Bereich der Marie.
Und trotzdem, was soll das ständige traurig sein, wenn man doch mehr als genug Grund zur Freude hätte? "Bilde mir nichts ein, was Rechts zu wissen, bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, die Menschen zu bessern und zu bekehren." Von jeder Seite widersprüchliche Gedanken zugerufen bekommen und zwischendrin Schauspieler, die Kinderaugen verspeißen. Sarah Kane, wir lieben dich. Ich brauche doch einfach nur Hilfe! Wie soll jemand, der nicht weiß, wer er ist, wo er steht und wo er hinwill, sich zwischen all diesen Ratschlägen zurecht finden und den besten heraussuchen. So kann das nicht weitergehen, ob Borderline oder nicht, sei mal dahin gestellt. Ich will nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Bald mach ich dem ganzen ein Ende. Sei's drum.

Liebe Rhia!
AntwortenLöschenErst mal möchte ich dir sagen, dass mich deine Zeilen immer wieder berühren, denn Deine Verzweiflung, ist in deinen Posts ja schon seit längerem deutlich spürbar.
Trotzdem, ich glaube traurig sein ist keine Krankheit, sondern eigentlich ganz normal! Eigentlich! Denn die meisten von uns, sind zu wahren Verdrängungskünstlern geworden und stürzen sich oft in irgendwelche Aktivitäten, um so der Angst entkommen zu können und das ist in gewissem Masse auch gut so. Einigen gefühlvollen Menschen gelingt es jedoch nur schwer, sich solange abzulenken oder zu gedulden, bis das Leben die richtigen Fragen gestellt hat und sie , wenigstens teilweise, verstehen werden, wieso die Dinge sind, wie sie eben sind. Auch bei dir scheint das der Fall zu sein. Ausserdem glaube ich aber, dass du in deiner derzeitigen Lebensphase mit Informationen geradezu überflutet wirst und momentan einfach nicht in der Lage bist diese adäquat einzuordnen und zu verarbeiten.
Doch bedenke, das alles kann sich auch sehr schnell wieder ändern und du wirst neue Wege erkennen um zu dem zu gelangen was du dir ersehnst!
Du hast recht, wenn du sagst, es gibt viele Gründe sich zu freuen
doch es gibt eben auch mindestens ebenso viele, es nicht zu tun.
Ich meine, es ist nichts falsch daran, manchmal auch für etwas längere Zeit unglücklich zu sein, dennoch wird man es mit der nötigen Ausdauer und Unterstützung von lieben Menschen schaffen können, die für sich selbst relevanten Antworten zu finden. Unsere Leidensphasen lassen uns bedauerlicherweise immer am meisten wachsen und so geschieht es dass tiefgründige Menschen sich immer wieder relativ schnell von den Momenten des Glücks verabschieden. Die Löcher in die man fällt oder in die man sich fallen lässt, werden aber , sofern man seine Hausaufgaben gemacht hat, immer kleiner und kleiner und man lernt mit den kleinen, die wahrscheinlich ein Leben lang bleiben werden, gut umzugehen
und Erleben braucht Zeit also nimm sie Dir!
Diese Erkenntnisse sollten jedoch auch immer nur als Teil der Wahrheit verstanden werden und absolute Sicherheit und das damit verbundene Allwissen wird uns Menschen noch für längere Zeit verwehrt bleiben! Vertrauen wir auf den Sinn des Lebens auch wenn wir ihn wahrscheinlich
noch lange Zeit nicht gänzlich verstehen werden.
Für viele von uns ist es sicherlich ein Privileg nicht hungern oder inmitten eines Kriegsgeschehens leben zu müssen, ein ernsthafter tiefgründiger Mensch, wird sich aber niemals von diesem persönlichen Glück alleine befriedigen lassen, weil ihm immer auch das Glück der noch Unglücklichen am Herzen liegt. Immerwährende Freude, glaube ich , wäre ein zu hoher Anspruch an unsere Gefühlswelt, eine persönliche Dankbarkeit, ist aber eine sehr gute Alternative zur Glückseligkeit und wir sollten uns vielleicht vorläufig mit ihr begnügen.
2.Teil
AntwortenLöschenMit den grossen Fragen die das Leben stellt, müssen sich alle herumschlagen und keiner weiss so genau,wer er ist oder wo er hin will und die, die es wissen, werden sich meistens irgendwann im Leben ganz schön wundern.
Leben ist wie schwimmen! Schwimmen in einem Meer von Gedanken und Gefühlen und wenn wir damit aufhörten,dann würden wir untergehen und dieses sich dauernde über Wasser halten müssen, ist manchmal ganz schön anstrengend.
Doch zum Glück, gibt es da noch die Insel der Liebe, auf der wir uns gelegentlich etwas ausruhen dürfen und sollten! Die Liebe, die in dir wohnt, nicht die, die von aussen kommt und ein sehr launisches unzuverlässiges Ding ist! Natürlich gibt es Wesen, die uns verstehen und uns ihre Liebe schenken und die wir ( was sehr wichtig ist) von ihnen auch annehmen können, doch wir neigen dazu, uns sie von denen zu Wünschen, von denen wir sie nicht bekommen können.
Also liebe Rhia, gibt nicht auf neugierig zu sein aber lerne mit allen Mitteln geduldig zu werden und lass dir Zeit dazu! Informier dich, falls du das nicht schon getan hast, über die diversen Entspannungstechniken und nutze die, die dir am meisten zusagen.
Erlaube deinem Kopf diese Auszeiten und gönne so deinem Herzen die Ruhe die es braucht, und lass dir von niemandem einreden, auch von dir selbst nicht, dass du nicht ein wunderbarer Mensch bist! Und bitte, bitte such dir, falls alles nichts hilft, professionelle Hilfe!
Entschuldige bitte, wenn zu den wahrscheinlich eh schon vielen gut gemeinten Ratschlägen von anderen, noch ein paar, vielleicht banale, von mir dazugekommen sind, zum Schluss möchte ich dir aber trotzdem noch ein philosophisches Buch von (Fernando Savater/ Tu was du willst) ans Herz legen.
mit liebsten Grüssen
F.G
Hi du, entspann dich mal und mach einzelne Schritte. Fang mit "wer du bist an", das ist zuviel Stoff, um auch noch über - wo du stehst - und - wohin du willst - nachzudenken.
AntwortenLöschenAlle Kraft des Lebens lass ich dir mal hier.
LG,
Lucia
Danke für diese Zeilen. Sie gaben einem Tag, den ich schon fast für verloren erklärte, noch einmal eine sehr schöne Wendung! Danke!
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