"Welch Ironie des Schicksals, dass es mit dem Hemd endet, mit dem es begonnen hat."
Ich frage nicht warum du das getan hast. Oder wie es jetzt weitergehen soll. Ob es nochmal eine Chance gibt, oder es jetzt und hier wirklich endet. Ich frage nicht, ob ich dir wirklich irgendwas bedeute, oder das nur leere Formulierungen waren. Ich frage dich auch nicht, ob es in absehbarer Zeit sein wird, oder gar nicht.
Ich frage dich nur eins: Hast du wirklich daran geglaubt? Hast du diese Lüge, die du dir Tag für Tag vorgemacht hast, wirklich geglaubt? Dachtest du im Ernst, dass es so schnell geht? Dass es überhaupt geht?
Ich hab es dir nicht leicht gemacht, ich weiß. Und es tut mir ehrlich leid. Wahrscheinlich hab ich daraus auch gelernt. Aber das kann doch nicht der Grund gewesen sein!?
Es war doch alles noch gut, gestern, beim Bowlen. Vor diesem .. Gespräch. Ich habe in den letzten Tagen wirklich daran geglaubt, dass das was wird. Mit mir. Mit uns. Ich wollte mich ändern. Ich wollte es dir leichter machen. Doch anscheinend kam diese Erkenntnis zu spät.
Du wusstest es schon, die letzten Wochen. Deshalb warst du auch so komisch. Das hab ich gemerkt, und mich blockiert. Das eine kam auf das andere. Ich kann nur hoffen, dass es für uns noch eine Chance gibt, irgendwann, wenn du über sie hinweg bist.
Du hattest recht, mit fast allem das du sagtest, hattest du recht. Ja, ich kann mich wieder verlieben. Irgendwann, wenn ich ihn vergessen habe, wird das dann Liebe werden. Aber vorher kann ich mich verlieben. Ein kleines bisschen. Und ja, du hast mir mehr bedeutet, als ich mir eingestehen wollte. Ich konnte es zwar erfolgreich zurückhalten. Aber du bedeutest mir trotzdem viel, zu viel, als dass ich es jetzt verdrängen oder abstellen könnte. Und ja, ich konnte sogar wieder weinen.
Ich habe gestern geweint, nachdem du weg warst. Das erste Mal seit.. seit fast 8 Jahren. Wegen dir, aber auch wegen Mama, und den Erinnerungen, die der Besuch meines Opas gestern aufwirbelte.
Trotzdem. Es ist das erste Mal, dass ich auch wegen etwas anderem weine. Wegen einem Jungen. Wegen dir.
Es war erleichternd. Diese Erleichterung habe ich schon lange, sehr lange nicht mehr gefühlt. Ich fühle mich besser, und gleichzeitig schlechter.
Irgendwas habe ich daraus gelernt, aus uns, aus .. aus dem ganzen. Ich weiß zwar noch nicht was, aber irgendwas habe ich gelernt, irgendwas hat sich in mir verändert.
Dafür danke ich dir.
Jetzt kann ich nur hoffen, dass wir irgendwann doch noch eine Chance kriegen. Diese werde ich nutzten, das versprech ich dir. Ich werde dir zeigen, dass ich auch anders kann. Und ich hoffe, dann wird alles gut.
Bis dahin, werde ich ihn Gedanken bei dir sein, und ich will versuchen es zu behalten, dieses kleine Flämmchen das dort drinnen, irgendwo ganz tief drinnen, für dich brennt.

Schön geschrieben. Gefällt mir sehr.
AntwortenLöschenAuch, wenn es doch eher traurig ist, dein Fazit.