Über das bloggen.

In letzter Zeit habe ich öfter darüber nachgedacht, ob dieses bloggen und andere Blogs lesen nicht eigentlich totale Zeitverschwendung ist. Mal ganz nüchtern betrachtet verschwenden wir unsere Zeit damit, unbekannten Menschen von unserem Leben zu erzählen (oder auch nicht zu erzählen, je nach dem) und an ihrem Leben "teilzuhaben" (obwohl man das differenzierter betrachten muss, schließlich haben wir eigentlich überhaupt keine Ahnung von dem Leben der anderen). Und doch will ich nicht sagen, dass es ganz unnütz ist. Schließlich lernt man irgendwie auch neue Leute kennen und ich mag einige meiner Internetbekanntschaft wirklich gerne und freue mich, wenn ich sehe, dass sie etwas Neues gepostet haben. Außerdem lese ich einige Blogs gerne, weil sie gute Texte und/oder Geschichten veröffentlichen und ich aus dem Lesen dieser Texte nicht nur Unterhaltung, sondern auch persönlichen Nutzen ziehen kann. Aber wenn ich dann sehe, dass ich meine, sowieso schon wirklich knapp bemessene Freizeit, mit dem Lesen von 99 (!) Blogs verbringe, bringt mich das schon etwas zum nachdenken. Ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass ich definitiv zuviel Zeit am PC verbringe und diese besser mit Lernen oder anderen nützlicheren Dingen verbringen könnte. Auch bin ich momentan in einer Phase, in der sich meine Ansichten und Meinungen zu bestimmten Themen sehr stark verändert haben und ich möchte sogar sagen, diese Phase, in der ich mich momentan befinde, wird später einmal als "Umbruchphase" in meine persönliche Geschichte eingehen.
Nun gut, es ist ja auch so, dass jeder selbst entscheiden muss, wie und mit was er seine Zeit verbringt, und diese Meinung, die ich momentan vertrete, hängt auch ziemlich stark mit meiner momentanen Lebenssituation zusammen, weswegen sie nicht auf die Allgemeinheit der Bloggerszene übertragbar ist.
Ich möchte hiermit jetzt nicht meinen Abschied aus der Bloggersphäre bekanntgeben und meine 3 (mir doch sehr ans Herz gewachsenen) Blogs schließen. Ich werde weiterhin bloggen und einige ausgewählte, mir liebgewordene Blogs verfolgen. Auch wenn ich in nächster Zeit wahrscheinlich nur noch als stiller Leser eure Blogs verfolgen werde, hoffe ich doch, dass die wenigen, die gemeint sind, wissen, dass ich noch mitlese und mich über jeden Eintrag freue.

Ich möchte hier auch noch einmal klar stellen, dass ich diesen Blog nicht eröffnet habe, um Leser zu gewinnen oder einen großen Bekanntschaftsgrad zu erreichen. Ich weiß auch ehrlich gesagt gar nicht mehr, wie ich überhaupt dazu gekommen bin. Aber alles in allem hatte dieser Blog von Anfang an nur das eine Ziel, mir als persönliches Tagebuch zu dienen und meine Gedanken, Gefühle und die Fortschritte im Erreichen meiner Ziele zu dokumentieren. Ich hätte ihn auch genauso gut privat halten können, aber ich habe mich doch entschieden ihn öffentlich zu machen. Wie viele Leser ich habe und ob ich häufig Kommentare bekomme oder nicht, ist mir eigentlich ziemlich egal. Natürlich freue ich mich trotzdem über jeden ehrlichen Kommentar, bin aber definitiv nicht darauf angewiesen bzw. dies ist nicht der Grund weshalb ich blogge.

Mir lag es irgendwie am Herzen euch das mitzuteilen, auch unter der "Gefahr", dass ich jetzt Leser verliere. Ich freue mich trotzdem über jeden der mitliest, kommentiert oder Anteil an dem hier Geschriebenen nimmt. Vielleicht werde ich in nächster Zeit auch wieder in kleineren Abständen bloggen, das kommt ganz auf meine verfügbare Zeit an.
Ich wünsche euch trotzdem alles Gute und immerhin ist das hier ja kein Abschied, auch wenn es sehr danach klingt.

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