Day 4: Your views on Religion

Religion ist für mich etwas unglaublich Diffuses und Undurchschaubares, was ich eigentlich gar nicht richtig definieren kann. Es ist ja nicht nur so, dass es total viele Religionen auf der Welt gibt, sondern, dass man erst dann sagen kann, eine Religion ist für mich die Richtige, wenn man nicht wenigstens die Größten gut kennt. Schließlich muss man sich immer mit der Thematik auseinandersetzen, um sie entweder annehmen oder abweisen zu können.
Ich bin eine getaufte und konfirmierte Protestantin. Aber ich will nicht sagen, dass ich mich gut genug in der Materie auskenne, um darüber urteilen zu können. Ich gehe nie in die Kirche, außer meine Oma "zwingt" mich dazu oder es steht eine Beerdigung/Taufe/Hochzeit an. Ich finde man braucht nicht in die Kirche zu gehen, um zu Gott beten zu können. Und ich bete jeden Abend zu Gott, dass kann ich frei heraus zugeben. Ich glaube auch irgendwie an Gott, nur nicht so, wie die Kirche und die Bibel uns das vorschreiben wollen. Die Bibel ist schließlich von Menschen geschrieben und nicht von Gott gegeben. Auch die Kirche wurde von jeher von Menschen geleitet und hat noch dazu unglaubliche Schandtaten verübt, von welchen die größten sicherlich bekannt sind. Ich kann und will keine Kirche anerkennen, die nur geldgierig und auf ein Monopol fixiert die Menschen beheerschen will. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Gott solch ein Verhalten dulden würde.
Ich würde meine "Religion" auch ein bisschen als Mischung von vielen Glaubensinhalten verschiedener Religionen ansehen. Einerseits glaube ich an die Wiedergeburt, andererseits kann ich mir vorstellen, dass es so etwas wie ein Paradies oder einen Himmel gibt, in dem ich all meine Lieben irgendwann wiedersehen werde. Vielleicht dann, wenn wir alle das "höchste Glück" erfahren haben und genug Karma bei unseren Wiedergeburten gesammelt haben, um in den Himmel zu kommen. Ich glaube zum Beispiel auch, dass unser Schicksal in gewisser Weise vorgezeichnet ist. Jeder Entscheidung, die wir treffen könnten und nicht treffen könnten, jede Abzweigung unseres Lebensweges steht irgendwo geschrieben. Und auch das Ende der jeweiligen Richtung. Doch welche Richtung wir nun gehen und wie sich unser Lebensweg später hinter uns abzeichnen wird, dass hängt ganz alleine von unserer Entscheidung ab.
Ich glaube auch, dass, wenn man zu Gott betet, dieser einen erhören kann und Gutes für uns bewirkt, wenn man ihn darum bittet. Und ich danke ihm auch für jede gute Tat, die mir zugebracht wurde.
Und doch bin ich nicht ganz zufrieden damit. Ich würde gerne noch andere Religionen näher kennenlernen, beispielsweise den Buddhismus oder Hinduismus. Ich werde in nächster Zeit auch mal die Bibel lesen, um selbst abschätzen zu können, was denn da "wahr" und was "falsch" ist und was uns die Kirche und all ihre Theologen eigentlich so erzählen bzw welche Lügen sie uns auftischen.

1 Kommentar:

  1. Ich bete auch jeden Abend und es tut gut. Es hilft zu wissen, dass jemand da ist und dich nicht vergessen hat, wenn es dir so vorkommt, als hätten es alle Menschen.
    Ich glaube auch nicht, dass man in die Kirche gehen muss, ich bin auch mehr der freikirchlichetyp, der das alles ein wenig locker sieht. Aber ich bin fest der Überzeugung, dass man mit Gott auf seinem Weg nichts falschen machen kann.
    Gelernt habe ich das durch den Film: Facing the Giants.

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