Day 3: Your view on drugs and alcohol

Ich wünschte, ich könnte bei diesem Thema eine so rigorose Haltung verantworten, wie sie Schmetterling hat. (Ich finde das unglaublich bewunderswert, du hast meinen vollsten Respekt!) Doch leider stehe ich diesem Thema etwas zwiespältig gegenüber.
Ich muss zugeben, ich hatte vor 3 Jahren eine Alkoholvergiftung. Es war zwar keine schwere und ich habe auch keine Folgeschäden davongetragen und doch ist das so ein kleiner schwarzer Punkt in meiner Vergangenheit. Der einzig positive Aspekt, der daraus resultierte, war wahrscheinlich, dass ich seitdem unglaublich viel Alkohol vertrage. Manchmal macht mir das schon ein bisschen Angst, weil ich mir denke, dass das ja wohl nicht normal sein kann, so viel Alkohol zu vertragen. Da kommt man sich selbst schon wie eine Alkoholikerin vor, weil es so aussieht, als wäre ich total an Alkohol gewöhnt. Und doch trinke ich eigentlich seit gut einem Jahr ziemlich wenig und auch nur sehr unregelmäßig Alkohol (was wohl daran liegt, dass ich nicht mehr die Zeit und das Geld habe, um dauernd wegzugehen). Ich habe es aufgegeben, zu versuchen auf das Level der anderen zu kommen (vorher bin ich arm), um mit ihnen ihren "Spaß" auf einer Party zu haben.
Ich habe auch angefangen, es schrecklich zu finden, wenn andere Leute (und ich selbst auch) total besoffen sind und keine Kontrolle mehr über sich haben. Dabei passieren nicht nur extrem peinliche Fehltritte, sondern auch Dinge, die manchmal sogar Auswirkungen auf das weitere Leben haben. Und das muss meiner Meinung nach nicht sein. Man kann gerne ein bisschen was trinken, um Spaß zu haben, aber ich bevorzuge es, mit Leuten wegzugehen, mit denen ich auch Spaß haben kann, wenn kein Alkohol im Spiel ist.
Doch trotz dieser äußerst erfreulichen Wandlung im letzten Jahr muss ich zugeben, dass es Momente gibt, in denen mir alles zu viel wird und in denen ich mich dann einfach willentlich besaufe. Ich weiß, dass Alkohol keine Sorgen ertränken kann und dass dadurch auch rein gar nichts besser wird, aber manchmal tut es gut, für ein paar Stunden nicht mehr daran zu denken und sich eine "bessere" Illusion vorzugaukeln.

Zu Drogen kann ich dagegen aber ein striktes Nein verlauten lassen. Auch wenn es mich reizen würde einmal an einer Zigarette zu ziehen, um zu sehen, warum so viele Menschen rauchen, werde ich das definitiv nicht tun. Was schon damit zusammenhängt, dass es sehr fraglich wäre, was dann mit mir passiert, da ich eine Rauchallergie habe. Auch andere Drogen, in welcher Form auch immer, würde ich niemals ausprobieren. Ich habe zu viel Angst davor, gleich nach dem ersten Mal süchtig zu werden und habe außerdem anschaulichst gesehen, was das mit einem Menschen machen kann.

Ich finde jeder sollte selber für sich entscheiden, was er davon hält. Ich habe auch Bekannte, die sich jedes Wochenende einen reinziehen. Doch würde ich diese Bekanntschaft niemals zu einer Freundschaft werden lassen, da ich das zwar billige, aber in meinem Freundeskreis mit solchen Menschen nicht gerne etwas zu tun haben möchte. In der heutigen Welt ist alles viel zu unübersichtlich und schnelllebig geworden, als dass man dies alles noch wirklich kontrollieren könnte. Das ist erschreckend, aber leider auch nicht mehr zu ändern.

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