"Die Dosis macht, dass es ein Gift ist"
Es ist ja nicht so, dass ich sagen kann, mein Leben ist zu langweilig. Schließlich ist es alles, nur das nicht. Wenn ich wollte, hätte ich einen übervollen Terminkalender, mindestens 100 Freunde und jeden Tag fünf Gestaltungsmöglichkeiten.
Die Sache ist nur, ich will das alles gar nicht. Ich kann viel besser mit mir, als mit all den anderen da draußen. Ich mag meine Freunde, daran gibt es keine Zweifel, aber ich bin nun mal ein Einzelgänger. Dazu habe ich mich entwickelt und das wird sich auch nicht mehr ändern. Ich bin lieber mit mir alleine, als mit anderen zusammen.
Mich nerven Menschen viel zu schnell. Sei es ihre Art zu reden, die Themen, eine Geste oder einfach alles an dem Menschen. Das ist nicht bös gemeint, um Gottes Willen. Wie gesagt, ich halte viel auf meine Freunde.
Aber ich brauche einfach immer wieder eine Auszeit. Eine Zeit mit mir, um Dinge zu tun, die mich entspannen lassen. Damit ich wieder auftanken kann, für die nächste Runde mit anderen Menschen.
Freunde kann ich nur in einer knappen Dosis aushalten. Was heißt Freunde - andere Menschen überhaupt.
Vielleicht klingt das jetzt unnormal. Kalt und egozentrisch. Aber so bin ich nun mal. Dazu hat mich meine frühere Umwelt gemacht. Ich werde mich nicht für etwas entschuldigen, für das ich nichts kann.
Was ich aber eigentlich sagen wollte.. Manchmal.. da wünschte ich mir einfach, ich wäre anders.
Ein geselliger Mensch, der all die Angebote annehmen könnte. Der jeden Abend mit Freunden unterwegs ist. Der nicht allein daheim sitzt und hin und her gerissen ist, zwischen dem Gefühl gern Allein zu sein und der Sehnsucht nach seinen Freunden.
Aber wenn ich nicht in der Stimmung bin, wenn meine Kraftreserven nicht genug aufgetankt sind, damit ich die Menschen um mich herum wieder eine Zeit lang aushalten kann, dann hat es keinen Sinn etwas mit Freunden zu machen. Dann bin ich keine gute Gesellschaft, missgelaunt und stumm. Das ist nicht gut, das ist nicht produktiv für eine Freundschaft.
Lieber immer wieder eine kleinere Dosis, als auf einmal das ganze Gift.
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Hallo du, obwohl ich genau das Gegenteil von dir bin, nämlich extrovertiert, ziehe ich mich wie du auch ab und zu zurück. Aber nicht um aufzutanken, sondern weil ich es will. Ich genieße wie du, irgendwo alleine ein Buch zu lesen, oder einfach nur vor mich hinzuträumen.
AntwortenLöschenDass du auftanken musst, zeigt aber nicht nur, dass die anderen dich stressen, sondern auch, dass du mal was Negatives erlebt haben musst, das dich letztlich beeinflusst hat, so zu werden, wie du momentan bist. Ich finde, dass du nicht davon ausgehen solltest, dass du nun so bist, wie du bist, und dass du immer so sein wirst.
Denn damit verbaust du dir ja selbst jede Veränderung. Leben ist Bewegung, und wenn es sich nicht mehr verändern kann, warum auch immer, dann wird es zur dahinvegetierenden Leiche.
Und in dem Zustand, lassen sich schlecht die Bretter der Welt erobern.
hdl, Lucia
kann ich gut verstehen.. is bei mir auch öfters so :)
AntwortenLöschenDu spichst mir aus der Seele. (=
AntwortenLöschenIch könnte auch, wenn ich wollte, jedes Wochenende ausgehen & Spaß haben, aber die Menschen nerven mich, ich fühle mich unwohl & sehne mich nach der Einsamkeit. Ich dachte schon ich bin eine Einsiedlerin, aber jetzt bin ich etwas beruhigt, da es dir scheinbar auch manchmal so geht.
Du musst dich auch für nichts rechtfertigen, du bist eben so wie du bist & solange du dich wohl fühlst, ist das auch gut so.
Aber du hast deinen Mittelweg ja bereits gefunden: Die Dosis macht's.
Ein schöner & lebensnaher Post.
Liebe Grüße
Schmetterling.
Hey, wollen wir uns vllt. gegenseitig verfolgen?
AntwortenLöschenkommt mir bekannt vor, obwohl ich bei zu wenig kontakt nach "außen" eingehe. ich habe meine freunde zum abi hin aussortiert und fahre gut damit. es sind nun zwar weniger leute, aber wer das nicht versteht, muss eben auf mich verzichten. man sollte sich da mehr nach sich selbst richten, bevor es einem nicht gut geht.
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