Der Weg zum Ziel: Schauspielerin. | 2. Die Anfänge

 2. Die Anfänge

Angefangen hat alles mit der Grundschul-Theatergruppe. Zweite bis vierte Klasse spielte ich da mit, und ich muss sagen, laut den Lehrern, machte ich meine Sache gut.
Ein Hirte beim Weihnachtsspiel, der Erzähler beim Regenbogenfisch, und noch irgendein Tier bei einem Tierstück.
Als ich dann auf die Realschule kam, gab es dort erstmal keine Theatergruppe und ich habe das alles ein bisschen aus den Augen verloren. Ich hatte auch wahrlich genug mit der Schule zu tun.
Mit den Jahren wurde mein Wunsch immer stärker und stärker, jetzt doch endlich mal etwas zu machen. Ich konnte doch nicht, wenn ich mit der Schule fertig bin, mich irgendwo bewerben und als einzige "Vorbildung" ein paar Theaterstücke in der Grundschulzeit anführen.
Ich brauchte Erfahrung und vor allem Spielpraxis. Übung. Also hörte ich mich in der Stadt und Umgebung um, ob es nicht irgendwo eine Theatergruppe, bestenfalls für Jugendliche, geben würde.
Für Jugendliche gab es keine, aber dafür hat meine Stadt im Verhältnis jedenfalls, ziemlich viele Ensembles in der Freien Szene. Übers Internet habe ich die einzelnen Gruppen angeschrieben und sehnlichst auf Antworten gehofft.
Es hat sich nur eine wieder gemeldet und die dann auch nur mit einem "Ich könnte ja mal irgendwann in nächster Zeit bei den Proben zuschauen, aber sie würden sich nochmal melden".
Nun gut, ich also gutgläubig wie ich bin, gewartet, bis sie sich wieder melden würden.
Gewartet und gewartet.
Natürlich hat sich keiner gemeldet.
Die Ironie des Ganzen: Diese Theatergruppe, die sich auf mein Schreiben hin gemeldet hat, ist mein jetztiges Ensemble. Wie ich doch noch dazu kam?
Ein Bekannter meiner Oma wusste, dass ich so etwas in der Richtung Schauspiel machen wollte. Und er hatte eine Arbeitskollegin, die in einem Theaterensemble mitmachte. Er gab mir ihre Nummer und ich setzte mich mit ihr in Verbindung. Wir trafen uns und sie meinte, ihr Ensemble bräuchte dringend eine Souffleuse und ob ich nicht Lust hätte, das zu machen. Ich natürlich freudestrahlend zugesagt.
Tja, und irgendwann nach ein paar Monaten, als mich C. wie nach jeder Probe heimfuhr, meinte sie: "Ach, mir fällt plötzlich ein, ich müsste dieses Mädchen mal anrufen, dass uns angeschrieben hat, den Zettel mit der Nummer müsste ich noch irgendwo haben. Sag mal, kann es sein, dass du das warst?" Und ich fing an zu lachen und stimmte zu.
Und was lernt man daraus? "Vitamin B" ist eines der besten und wichtigsten Dinge um weiter zu kommen im Leben. Und vor allem in der Theater- bzw. Filmbranche.  
Ohne Beziehungen hast du da schlechte Karten.

2 Kommentare:

  1. Ich habe schon im Kindergarten mit Hingebung an Stücken mitgewirkt und echte Liebe in die Werke gelegt. Damals lag mir das echt. In der Grundschule wurde ich dann in die Theater-AG gezogen und ich habe wirklich überall liebend gern mitgewirkt. Hier mal ein Sketch, da mal ne Schuleinführung. Eben diese Dinge.

    Aber dennoch macht es mir wirklich Spaß. Auch heut enoch stehe ich gern auf der Bühne. Aber eben nicht so groß wie du es tust.

    Danke für dein Kommentar. Du glaubst nicht wie ich solche ehrlichen Kommis liebe. Andere lesen die Texte nicht einmal und schreiben nur über sich. Das ist schrecklich. Da lese ich sehr gern von dir. Du hast recht, die Jugend ist nicht einfach - aber das darf es auch nicht sein. Schließlich sammeln wir all die Erfahrung schon von klein auf und EInfach ist nichts :)

    <33.
    Danke.
    ild*

    AntwortenLöschen
  2. Das stimmt. Ohne Beziehungen und Talent kann man einpacken. (=

    Liebe Grüße

    Schmetterling.

    AntwortenLöschen