Teil 4: Alles kehrt sich

Nach dem DVD-Abend bei mir, bei dem noch alles in Ordnung war, kam Halloween.
Es war Mittwoch und L. und ich gingen nach H. wo M. und seine Kumpels eine Halloweenfeier gaben.
Alkohol, Tanzen, Jungs, rummachende Pärchen, Streit, Tränen, Versöhnung. Das volle Programm.

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Ich hatte wiedermal meine (damals noch kleine) Grenze erreicht, und fühlte mich ausgelaugt und deprimiert. Ich saß an der Bar und musste wohl ein ziemlich jämmerliches Bildnis abgegeben haben, jedenfalls sprachen mich zwei Mädchen an, warum ich denn so traurig wäre. Naja, und wie meine Dummheit es eben so wollte, erzählte ich ihnen von M., dass ich nicht wusste woran ich mit ihm war und dass er sich den ganzen Abend schon so komisch verhielt mir gegenüber.
Und ja, dass war das erste Zeichen an diesem Abend. Er war.. zurückhaltend. Aber trotzdem nett. Nicht so wie am übernächsten Tag.
Für mich war das natürlich fast schon ein Weltuntergang. Eine verspätete Reaktion auf unsere beiden Abende.
Und ich wusste nicht damit umzugehen.

Dummerweise waren diese beiden Mädchen, denen ich mich so frank und frei anvertraut hatte, auch noch Freundinnen von M. Ich hatte natürlich mal wieder übermäßiges Glück. Ha ha.
Sie zwangen mich fast dazu, mit ihm zu reden, da er ja Interesse an mir haben würde, und ich mich einfach nur mal trauen sollte.

Also gut, kraft des Alkohols und der fürsorglichen Zusprache dieser beiden Mädchen, ging ich zu ihm und forderte ihn auf mit mir zu kommen. Oh ja, ich forderte ihn auf, ich war wütend, ich war sauer, ich war ungehalten.
Und in eben diesem Ton sprach ich dann auch mit ihm. Oh ja, J. ein großer Fehler war das.
Nun ja, ich war jung, naiv und betrunken.

Das Ergebnis dieses Gesprächs war, dass er durchaus Interesse an mir hätte, ihm diese beiden Abende auch etwas bedeutet haben, aber das alles einfach der falsche Zeitpunkt war.
"Wenn ich gewusst hätte, J., dass dir das alles soviel bedeutete, dass du solche Gefühle für mich hast, dann hätte ich das doch nicht getan. Ich wollte dir nicht wehtun, weist du. Ich war egoistisch. Ich wollte dich, aber ich dachte nicht an die Folgen, die dir daraus entstanden."
Danach umarmte er mich noch einmal, und ging.



Ich stand da, und und brach doch gleichzeitig innerlich zusammen. Es riss mir förmlich die Bauchdecke auf und alles wollte entfliehen, wollte diesen Schmerz nicht mehr ertragen, dass dieses Herz, das in mir pumpte, als wäre ich nahe am sterben, ausschüttete. Ich konnte nicht mehr aufrecht stehen, konnte nicht mehr klar denken, war traurig, am Boden und wütend zugleich.
"Aber er will mich doch. Er will mich doch. Warum tut er das, wenn er mich doch will?"
"Er hat mich ausgenutzt"
"Er wollte das gar nicht, ihm hat es nicht so viel bedeutet wie dir."
"Was ein A****"

Ja, und diese Gedanken sollten sich bewahrheiten. Ich weiß bis heute nicht warum er danach so war. Ob er es sich von seinen "Freunden" abgeschaut hat, oder ob er wirklich so ist. Aber das glaube ich nicht, dass kann und will ich nicht glauben. So ist er nicht. Nicht M.

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Teil 1: Wie alles begann | Der erste Kuss - R. 
Teil 2: M. - Meine Liebe.
Teil 3: Die gute Woche + M.

1 Kommentar:

  1. Ich finde, dass sich dein Schreibstil total zum "Positiven" verändert hat. Also nicht, dass du einen total schrecklichen hattest. Aber so, wie du jetzt schreibst, finde ich total toll. Ich mag es sehr, wenn man Wörter so schön "verpackt" bzw. mit ihnen spielt. Ehrlich.
    Diesen Post finde ich sehr genial. Macht richtig spaß ihn zu lesen.
    Das mit M. ist wirklich sehr kurios. Und jetzt verstehe ich auch endlich einmal, dass du J. bist. *beschämend nach unten guck* ;D ...

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