Achja, und nicht zu vergessen: 


Ich bin für ihn - Übergangslösung, Ersatz und Wundenleckerin. 


Sehr ermutigend, findet ihr nicht auch?

Jetzt seh ich nur noch deinen Blick, wie langsam so'n Verstand doch ist.

Heute war anscheinend mal wieder Zeit für ein klärendes Gespräch.
Er ist ziemlich verwirrt und traurig in letzter Zeit, weiß nicht so recht was Sache ist. So wie ich.
Doch er hängt noch sehr an seiner Ex, will den Kontakt zu ihr nicht, aber ich glaube irgendwie braucht er ihn doch.
Er will sich nicht auf etwas einlassen, was ihm wieder so viel Ärger und Stress bringen kann, was ihn wieder verletzt.
Er weiß nicht, ob ich es ernst meine. Und ich ganz ehrlich auch nicht.
Ich weiß nicht, ob es richtig war. Wir kannten/kennen uns nicht richtig und nicht lange.
Er hängt an seiner Ex. Und ich hab kaum Zeit für einen Freund.
Ich bin ihm zu unerfahren. Nein, natürlich streitet er es ab, aber ich weiß doch, dass es so ist.
Und er bewertet meine "Erfahrungen" völlig falsch. Glaubt mir mal wieder nicht, wie so viele vor ihm.

Es ist komisch, jetzt gerade, wo noch sein Geruch in meinem Zimmer hängt, da vermisse ich ihn und hätte ihn jetzt gerne da, um einfach nur ihn seinem Arm zu liegen.
Aber wenn er da ist, hab ich so ein beklemmendes Gefühl in der Brust. Wie als wollte ich jetzt nicht, dass er da ist. Als wollte ich allein sein.

Aber vielleicht liegt das auch nur an dem komischen Traum, den ich heute hatte. Das Grundgefühl des Traum schwebt mir heute schon den ganzen Tag im Kopf rum.
Es ist wahrscheinlich nicht gerade ermutigend, der Traum. Nicht, wenn man denkt, dass Träume die Gedanken, Gefühle und Wünsche verarbeiten. Denn dann, würde ich ziemlich in der Klemme sitzen.
Ich habe geträumt, ich würde mit T. (dem Kollegen aus meiner Theatergruppe, nebenbei bemerkt, er ist ziemlich heiß und 24 Jahre älter) schlafen. Das war irgendwie eingewebt in die Handlung von "Der Katze auf dem heißen Blechdach" und wir würden uns dauernd vor seiner Frau, K., verstecken.
Und verdammt, ich hab mich gut gefühlt dabei.
Klar, es ist nur ein Traum, aber trotzdem.
Ich bin ganz ehrlich. Natürlich würd ich nicht nein sagen, wenn sie die Möglichkeit bieten würde. Aber es gibt mehr als genug Gründe die dagegen sprechen.
Doch das ist nicht mein Hauptproblem. Schließlich hab ich einen Freund. Und träum davon mit anderen Männern zu schlafen!?
Seitdem bin ich verunsichert. Noch verunsicherter als vorher schon.

War es richtig, was ich getan habe? 
Ist mir eine glückliche Zukunft mit ihm beschieden?
Oder soll ich doch lieber weiter als Single, problemlos, leben?
Ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht.

Well, I think I'm absolutly right, darling.

Ein lauer Sommertag. Schule aus. Letzter Tag vor den Ferien. Heimlaufen. Ein baldiges Sommergewitter kündigt sich an. Dunkle Wolken mischen sich mit hellen Sonnenstrahlen. Wind kommt auf. Der Geruch von frischgemähten Gras in der Nase. Grinsend und mit geschlossenen Augen in die Sonne schauen. Genießen. Freude. Glücklich sein. Auf die Ferien freuen. Daheim ankommen. H&M-Packet auf der Treppe liegen sehen. Freudig erregt auspacken. Zufrieden sein mit der Ausbeute. Anprobieren. Pläne für die Ferien schmieden. Neue Kleidung präsentieren. Auf die abendliche Aufführung freuen. Wissen man macht alles richtig. Rundweg zufrieden sein.

Was soll ich noch tun, hab alles versucht..

Ich will ihn nicht an mich heranlassen.
Hab zu viel Angst davor, wieder verletzt zu werden.
Doch ich brauche ihn.
Ich brauche jemanden, dem ich mich anvertrauen kann.
Mit dem ich ehrlich reden kann.
Der mich versteht.
Der mich in den Arm nimmt.
Mich hält und beschützt.
Bei dem ich nicht immer die Starke sein muss, wie sonst.
Bei dem ich mich fallen lassen kann.
Bei dem ich weiß, er hat keine Hintergedanken, wegen was auch immer.
Der mich nimmt, nicht weil ich hübsch oder "erfolgreich" bin, sondern weil ich, ich bin.
Der auch die Probleme bezüglich meiner Familiensituation versteht und akzeptiert.
Der meine Eigenheiten hinnimmt, und vielleicht auch ein kleines bisschen mag.
Jemand.. jemand dem ich vertrauen kann.
Wirklich vertrauen.
Werde ich diesen Jemand in A. finden? Werde ich diesen Jemand überhaupt finden? Werde ich mal so richtig glücklich?
Will ich überhaupt glücklich werden?


Momentan leg ich mir alles menschenmögliche in den Weg, damit es nicht so kommt. Ein Teil ist damit einverstanden. Der andere Teil meines Selbst aber, ...der ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Dieser Teil sehnt sich nach dem Glück einer Beziehung.
Doch welcher Teil gewinnt?

Unsicherheit.



Freude oder Unzufriedenheit?
Angst oder frohes Warten?
Zurückdrängen oder kämpfen?
Interessiert sein oder einfaches Desinteresse?
Reden oder schweigend genießen?
Lernen oder lieber leben?
Liebe oder Vernunft?


Keiner kennt die Antwort auf die Frage, die ich noch erfinden muss.