Vorhang auf für: Hildegard Knef (*28.12.1925 +1.2.2002)

Hildegard Knef. Vielen wird dieser Name durch den Film "Hilde" bekannt sein, der 2009 in die Kinos kam und ein großer Erfolg war. Doch was steckt eigentlich wirklich hinter dieser Frau? Wer war sie?

"Das Geld geht, die Schande bleibt"
- Hildegard Knef

Eine Potraitaufnahme aus dem Jahre 1943
Geboren und aufgewachsen im Nazi-Deutschland hatte sie es von Anfang an schwer. Geprägt durch ihre Erfahrungen im Krieg, dem sie selber als verkleideter Junge beigewohnt hat, bezeichnet sie sich selbst als "dünnhäutig gegenüber dem Leben".
Sie schloß die Schule mit der Mittleren Reife ab und kam in ihrer Ausbildung als Zeichnerin in die Trickfilmabteilung der UFA-Filmstudios, welche von den Nazis kontrolliert und unterdrückt wurde. Dort wurde der Firmenchef auf sie aufmerksam und ermöglichte es ihr eine Schauspielausbildung bei Else Bongers zu nehmen, die auch später noch eine Freundin und lebenslange Beraterin war.
Nachdem die Nazi-Herrschaft vorbei war, hatte Hildegard Knef ihren ersten großen Erfolg in dem Film "Die Mörder sind unter uns", welcher sie auch international berühmt machte. Dadurch wurde sie zum ersten deutschen Nachkriegsstar.
Gleich danach, im Jahre 1948 ging sie nach Hollywood, wie sie selber aber sagt: viel zu früh. Das dortige Filmstudio bat ihr keine Rollen an und ließ sie 2 Jahre sozusagen auf dem Trockenen sitzen. 1950 wurde sie dann amerikanische Staatsbürgerin.
Im gleichen Jahr drehte sie in Deutschland den Film "Die Sünderin" mit welchen sie einen der größten deutschen Skandale der Nachkriegszeit schuf. Unteranderem wurden damals als Gründe eine kurze Nacktszene Knefs und die Hauptthemen Prostitution und Freitod genannt. Vorallem gegen letzteres klagte damals die katholische Kirche.
Da die Medien sich auf sie stürzten "floh" Knef wieder nach Hollywood, um dort diesmal wirklich Filme zu drehen. Des Weiteren debüttierte sie als bis jetzt erste und einzige Deutsche am Broadway mit einer Hauptrolle (in "Silk Stockings").
Doch auch in Hollywood wendete sich bald alles gegen Knef, da sie einen Vertragsbruch mit ihrem Filmstudio provozierte und nun dort auch von der Presse "gejagt" wurde. Deswegen ging sie ins Ausland, vorwiegend nach England und Frankreich und drehte dort weitere Filme. In Deutschland trat sie aber nun vermehrt als Sängerin in den Vordergrund.


Später, in den Jahren 1970 und 1975, veröffentlichte Hildegard Knef die zwei wichtigsten ihrer sieben Bücher, nämlich "Der geschenkte Gaul" und "Das Urteil". Ersteres war eine Autobiographie ihres bisherigen Lebens und letzteres ein Buch über die Krankheit Brustkrebs, an der sie selbst litt.

Hildegard Knef starb am 7. Februar 2002 an einer akuten Lungenentzündung, kurz nachdem sie wieder die deutsche Staatsbürgerschaft bekam. Doch trotz ihrer späteren Erfolge als Sängerin blieb sie bis zu ihrem Tod in Deutschland durch Presserevolten "geächtet".

Hildegard Knef mit ihrer Tochter

Knef war dreimal verheiratet und zwar von 1947 bis 1952 mit Kurt Hirsch, einem US-Amerikaner, deutsch-jüdischer Herkunft. Von 1962 bis 1976 mit Davin Cameron, einem britischen Schauspieler, aus welcher Ehe auch ihre einzige Tochter, Christina Antonia hervorging. Und als ihr Witwer, mit dem sie von 1977 bis zu ihrem Tod im Jahre 2002 verheiratet war, kann Paul von Schell angeführt werden.




"Wer sich mit der Kunst verheiratet, bekommt die Kritik als Schwiegermutter"
  - Hildegard Knef

Die Verfilmung ihres Autobiographischen Werkes "Der geschenkte Gaul" mit Heike Makatsch als Hildegard Knef ist, wie oben schon erwähnt, unter dem Titel "Hilde" 2009 in die deutschen Kinos gekommen. Heike Makatsch verkörpter Hildegard Knef wirklich eindrucksvoll und dieser Film erzeugt einen guten Überblick über ihr Leben und Schaffen.
Heike Makatsch in "Hilde"
Gleichzeitig zeigt er aber auch auf, woran sie, vor allem in Deutschland, gescheitert ist: an der Presse und frühen Skandalen. Oft haben ihr Schlagzeilen neue Rollenangebote verbaut oder Unwahrheiten der Öffentlichkeit preisgegeben, die ihrem Ansehen in ebenjener sehr geschadet haben. Nichts desto trotz war sie eine großartige Schauspielerin und Sängerin, die 23 Alben, 320 Einzeltitel und sieben Bücher veröffentlicht und in 49 Filmen und 15 Theaterstücken mitgewirkt hat.

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