Unverstandenheit.
Du kennst ihn seit der dritten Klasse. Sie ist seit der Fünften deine beste Freundin. Die Anderen kennst du seit zehn Jahren, sie sind deine Handballmannschaft. All diese vielen Freunde, die du hast. Die du kennst, mit denen du schon so viel erlebt hast. Gespräche geführt, dich bis zum Anschlag betrunken. Scheiße gebaut und jeden mal aus seinem Loch gezogen. Verbote übertreten und die Jungs an der Nase herumgeführt. Die Schule geschwänzt und doch die Besten des Jahrgangs sein. All diese vielen Geschichten, die ihr erzählen könnt. Die Insider und Geheimnisse. Es ist ein Abschnitt deines Lebens, den du mit ihnen verbracht hast. Du weißt alles über sie und sie wissen viel über dich.
Und doch. Und doch fühlst du dich nicht wohl in ihrer Gegenwart. Es fühlt sich falsch an und verlogen. Weil du dich nicht hingeben kannst. Kontrollzwang nennt man das auch. Du kannst nicht los lassen und einfach mal Sein. Weil du ihnen nicht vertraust und weil du weißt, dass sie dich nicht verstehen würden. Sie kennen dich eben nur so, nur mit dieser Maske, die du dir von Anfang an angezogen hast. Sie können nichts dafür und du kannst es nicht mehr ändern.
Jedes Mal, wenn dieses Gefühl wieder in die hochkriecht, hoffst du aufs Neue, dass du in zwei Jahren, wenn du studieren gehst - weg von hier und weg von deinen Freunden - ein anderes, neues, besseres Leben beginnst. Dass du von vorne anfangen kannst und einfach mal die Maske ablegst. Dass du eine zweite "Jugend" erlebst und all das nachholen kannst, was du dir erträumt hast.
Doch dann kommen wieder die Momente, in denen du tief in dir drinnen weißt, dass du dich niemals ändern wirst. Du wirst die Maske nicht ablegen und einfach Sein. Du kannst das gar nicht. Du wirst genauso weitermachen wie bisher und nicht zufrieden damit sein.
Es muss etwas Grundlegendes geschehen, damit du dich öffnest und vertraust. Etwas, dass dich prägt. Und jemand muss dir dabei helfen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Alles ändert sich. Im Guten wie im Schlechten. Und manches ändert sich nie, außer du willst es und lässt es zu.
AntwortenLöschen