Immer für dich da



Das eigentliche Problem ist nicht diese Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen. Das eigentliche Problem ist, dass ich einen Freund möchte. Einen Freund mit dem ich reden kann, dem ich meine Gefühle und Ängste anvertrauen kann, den ich anrufen kann, wenn es mir schlecht geht. Der mich in den Arm nimmt und tröstet. Der für mich da ist. Dem ich mein Leben erzählen kann, ohne, dass er über mich urteilt, ohne, dass er über mich lacht, oder mir Ratschläge für die Vergangenheit geben will.
Ich möchte jemand, der einfach nur zuhört, und dann, wenn das Erzählen nicht mehr von alleine geht, die richtigen Fragen stellt. Ich möchte, dass er mir keine Ratschläge erteilt, auf Dinge, die ich selber schon weiß, aber einfach nicht umsetzen kann.
Und warum ich möchte, dass es ein Er ist? Vielleicht einfach deswegen, weil ich nie einen Vater hatte. Gut, eine Mutter auch nicht wirklich lange, aber einen Vater hatte ich noch nie. Vielleicht ist es einfach dieses lebenslange Suchen nach einem Vaterersatz, weshalb ich meine Wünsche auf einen ER übertrage. Einen Freund.
Wenn dieser Freund, dann auch noch die sexuellen Dinge erfüllt, wäre das natürlich perfekt. Aber das ist mein kleinstes Problem.
Ich habe und hatte noch nie jemand mit dem ich über mich reden konnte. Noch nicht einmal mit den Menschen, die ich mometan als meine 'Besten' betitele. Sie können das einfach nicht verstehen. In der Hinsicht ist einfach zu viel .. falsch gelaufen. Ich mache ihnen daraus keinen Vorwurf. Ich habe daran selbst eine große Mitschuld.
Aber in letzter Zeit spüre ich, dass ich das immer mehr brauche. Ich brauche jemanden, der mich kennenlernen will, der mit mir noch einmal all das durchlebt. Es würde ein langer und schwieriger Prozess werden und es könnte nur einer tun, der mich dabei unterstützt und mich manchmal auch zwingt, in diese Abgründe zu tauchen. In Abgründe, die ich noch nicht mal hier auf diesem halbwegs anonymen Blog beschreiben kann. Ich weiß nicht, ob dieses Bedürfnis jemals in Erfüllung gehen wird.
Aber momentan macht es mir einfach unglaubliche Angst, dass L. die richtigen Fragen stellt. Es ist nicht wie die letzten Male. Die letzten Male war ich mir selber noch nicht bewusst, was ich eigentlich suche und brauche. Doch jetzt weiß ich es langsam. Mit jedem Gedanken fügt sich ein Puzzleteil mehr in das Gesamtbild. Die Angst tiefer, als in den früheren Jahren zu fallen, ist so groß und unglaublich mächtig.
Diese Angst wird das Handeln beheerschen.
Und sie kann alles zerstören.

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