We were the perfect couple, we were just in a wrong Situation.

Lieber M.,

ich weiß nicht, ob es dir bewusst ist, aber wir kennen uns jetzt schon zweieinhalb Jahre. Eine ziemlich lange Zeit, wenn du mich fragst. Auch wenn wir im letzten Jahr kaum Kontakt hatten, muss ich sagen, dass ich ziemlich oft an dich gedacht habe. Vor allem in den letzten Monaten. Ich weiß nicht warum, und ich weiß auch nicht, ob das gut oder schlecht ist, aber ich weiß, dass es so ist. Und ich weiß noch etwas. Ich vermisse dich. Ich vermisse diese kurze Zeit, die wir hatten. Auch wenn es für dich wahrscheinlich nicht das gleiche bedeutet hat, wie für mich. Seit der Zeit, in der wir den Kontakt verloren haben, ist viel passiert, bei mir. Sehr viel. Sehr viel Gutes, aber leider auch einiges Schlechtes. Und ich merke selbst wie extrem ich mich dadurch verändert habe. Ich hoffe sehr, dass ich mich ins Positive verändert habe. Aber wie soll ich das schon wissen. Und sagen wird es mir auch keiner.
Du, du könntest es. Du hast mich jetzt eine lange Zeit nicht mehr gesehen, könntest sagen, ob ich mich ins Positive oder ins Negative verändert habe. Aber ich glaube ich will es gar nicht wissen. Ich bin nun mal so geworden, wie ich bin und das ist gut so. Ich fühle mich wohl.
Ich weiß nicht, was das hier werden soll. Ein Liebesbrief oder einfach nur ein Brief mit Erinnerungen, an unsere Zeit. Es wird definitv kein Entschuldigungsbrief, denn ich bereue nichts. Nichts, wirklich nichts bereue ich. Ich würde alles wieder so machen. Aber ich würde vieleicht etwas umsichtiger mit dir umgehen, etwas geduldiger sein. Dann hätten wir damals vielleicht noch eine Chance gehabt. Aber das ist unwichtig, schließlich ist das Vergangenheit. Vielleicht schreibe ich dies hier nur, um endlich über dich hinwegzukommen. Um all das zu verarbeiten, was ich nach zweieinhalb Jahren noch mit mir herumschleppe. Was ich nicht vergessen kann, nicht vergessen will.
Aber ich weiß, dass, selbst wenn ich all das verarbeitet habe, ich dich nicht vergessen kann. Du wirst immer in meinem Herz bleiben, so tief verwurzelt, wie der Höchste Baum auf Erden. Ich werde immer ein kleines Stückchen meiner Liebe aufheben, für dich. Und vielleicht, ganz vielleicht werden wir irgendwann eine zweite Chance kriegen.

Ich weiß, dass in dieser Zeit auch bei dir viel passiert ist. Dass auch du dich verändert hast. Ich weiß, dass du mit L. zusammen bist. Und ich glaube du weißt auch, wie ich zu L. stehe. Ich will nicht sagen, ich hasse sie, das klingt so hart. Aber ich verachte sie. Dafür, wie sie ist. Ich kann ihre Art nicht ab haben. Dafür, dass sie mich von dem ersten Moment an gehasst hat. Dafür, was sie mit J. gemacht hat. Er ist mein bester Freund und ich kann nicht unbeteiligt danebenstehen und zuschauen wie sie ihn kaputt macht. Und sie hat ihn kaputt gemacht. Dafür, dass sie das hat, was ich schon immer haben wollte, und doch nie gekriegt habe. Dich.
Ich bin nicht eifersüchtig. Ich bin einfach kein eifersüchtiger Mensch und ich kann noch nicht mal auf sie eifersüchtig sein, obwohl sie es ist, die mit dir zusammen ist.
Aber ich habe Angst. Angst um dich. Dass sie dich kaputt macht, dass sie den M., den ich mal gekannt habe, ausmerzt. Dass sie dich verändert - ins Negative. Dass du genauso wirst, wie sie. Dass sie dich genauso kaputt macht, wie J. Dass du nicht mehr mein M. sein wirst.
Und das kann sie. Oh ja, das kann sie sehr gut. Aber ich habe die Hoffnung, dass du tief in dir drinnen, immer der M. sein wirst. Immer mein M., auch wenn du mir nie gehört hast. Dass du dich irgendwann, wenn das mit euch vorbei ist, wieder verändern kannst. Und dass, vielleicht, ganz vielleicht, dann unsere Chance gekommen ist.

Ich denke an dich.
In Liebe, deine J.

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