Ein Traum, nur ein Traum

Da gibts diesen einen Jungen in meiner Klasse. Er fasziniert mich, irgendwie. Ich weiß nicht warum, er ist nicht sonderlich hübsch. Zwar auch nicht hässlich, aber nicht der Typ, nach dem sich die Mädchen umdrehen.
Er hat Ausstrahlung. Und meiner Meinung nach ist das in dem Alter eher ungewöhnlich.
Er kann super reden. So richtig gekonnt, mit Fachausdrücken, ohne sich zu verhaspeln, in Referate halten ist er spitze. Sowas liebe ich ja an Kerlen.
Er verhält sich immer etwas distanziert gegen uns. Anfangs hatten wir kaum miteinander geredet, jetzt schon öfters. Aber eher so auf die Kumpelhaft-spaßige-Beleidigungs-Art. Das ist schwer zu erklären, aber zwischen ihm, dem anderen Jungen, dem Mädchen und mir (wir verbringen die Pausen immer zusammen) herrscht eigentlich nur dieser Ton. Man lässt die anderen nicht wirklich an sein Privatleben dran, nur Schule und eben dieser Ton.
Ich weiß nicht wirklich viel von ihm. Außer Wohnort, Alter und Name. Wie gesagt, Privatleben spielt bei uns keine Rolle im gegenseitigen Austausch.

Er und der andere Junge sind die einzigen beiden mit denen ich mir etwas vorstellen könnte aus meiner Klasse. (Ich teile Jungs grundsätzlich so ein - muss dann aber nicht wirklich was heißen) Momentan bin ich ja nicht wirklich interessiert an einer Beziehung, aber ich wäre an ihm interessiert. An Kontakt mit ihm, privaten Kontakt. Ich würde gern einfach nur mehr über sein Leben erfahren. Weil er da so distanziert ist, das reizt mich.

Der Grund, weshalb ich das alles erzähle, ist ein Traum von gestern Nacht. Da kam er drin vor. Und wie es mir immer geht mit meinen Träumen, weiß ich nicht mehr worum es ging, nur das wir die ganze Zeit geschäkert haben, und natürlich das vorherrschende Gefühl, das bleibt mir immer im Gedächtnis.
Es ist schwer zu beschreiben. So wie in der Phase bevor man sich küsst. Man schäkert, macht Witze, lacht und weiß doch genau, dass es bald passiert. Man weiß, dass man verliebt ist und will es doch nicht zugeben. Man schaut sich tief in die Augen und kann nur an den anderen denken. Schmetterlinge fahren Achterbahn, jede zufällige Berührung elektrisiert den ganzen Körper.
So ungefähr hat es sich angefühlt. Und es hat sich so richtig angefühlt.

Klar es war nur ein Traum, aber ich könnte mir richtig vorstellen, dass das so passieren kann. Nun ja, ich kenne ihn nicht und vielleicht ist er ja ganz anders. Aber trotzdem, schön wäre es.

Ach es ist hoffnungslos. Kaum bin ich den einen los und froh eine Beziehungsfreie Zeit vor mir zu haben, wünsche ich mir den nächsten herbei. Nur um zu sehen, dass ich ein grundlegendes Problem habe. Ein wirklich schwerwiegendes Problem.

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