Das Gespräch gestern mit meiner Besten hat mir gut getan.
Ich wusste alles zwar schon vorher, aber es ist erleichternd mit einer anderen Person alles noch einmal bis ins kleinste Detail auszudiskutieren.
Die Empörung in ihrer Stimme, als ich ihr das erzählt habe, tat irgendwie gut.
Ich weiß, wie sie darüber denkt. Es ist schon richtig so. Doch ich könnte wahrscheinlich nie so darüber denken.
Dafür mag ich ihn zu sehr. Aber es ist richtig es von ihr nochmal zu hören. So kann ich wenigstens einen kleinen Teil der Schuld von mir abladen.
Bestätigt hat sie mich auch nochmal. Wegen Dienstag. Wegen Kino.
A. mit dem ich vor eineinhalb Monaten zusammengekommen bin, hat am Freitag Schluss gemacht. Oder wir haben uns getrennt, what ever. Er hat mir von Anfang an gesagt, dass er noch sehr an seiner Ex hängt.
Ich habe mich darauf eingelassen. Wie Naiv von mir, zu glauben ich könnte es durchhalten. Dieses - es ist nur ein bisschen Spaß, du entwickelst keine Gefühle und er hängt an seiner Ex; passt doch -.
Nein, natürlich hänge ich an ihm, auch nach dieser "kurzen" Zeit. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich mich irgendwann doch wieder verlieben kann. Dass er derjenige ist, in den ich mich verlieben kann.
Aber ich habe mich ihm gegenüber nicht gut benommen. Ich weiß das. Aber es ging teilweise gar nicht anders.
Ich war sehr zurückhaltend, habe ihm nur wenig gesagt, ich wollte dass er es von selber herausfindet. Ich war oft traurig und melanchonisch in letzter Zeit. Und es tut mir leid, dass ich es ihm so schwer gemacht habe.
Aber ich habe gemerkt, dass es mich nicht wirklich kalt lässt, zu wissen, dass er an sie denkt, wenn er bei mir ist.
Und doch hatte ich die Hoffnung, dass etwas festes daraus wird. Weil er das so gewollt hat. Weil er mich das hat fühlen lassen. Er hat mich sogar gefragt, ob ich mit ihm im Sommer in den Urlaub fahren will, er hat mich seinen Eltern und seiner Familie vorgestellt, er hat mich gefragt, ob ich mit seinem kleinen Patenkind ins Kino gehen will (das hat er ihm zu Weihnachten geschenkt). All diese Sachen haben mich glauben lassen, dass er es ernst meint. Und dass er einigermaßen über sie hinweg ist. Und es mit mir probieren will.
In der letzten Woche wollte ich also auf ihn zugehen. Es ihm leichter machen. Mich fallen lassen. Ihm vertrauen. Unsere Beziehung hätte .. naja hätte wahrscheinlich eine andere Ebene erreicht.
Doch er war so komisch. So zurückhaltend, reserviert, auf Abstand bedacht.
Ich habe mich natürlich sofort wieder zurückgezogen, blockiert.
Und Freitag waren wir dann Bowlen. Mit meiner Besten und ihrem Freund. War ganz lustig, ja. Danach war er bei mir. Wir hatten ein ganz normales Gespräch, er sagte sogar noch zu mir, er wünschte sich, derjenige zu sein, ihn den ich mich das erste Mal wieder verlieben würde.
Wäre ganz süß gewesen dieser Satz, wäre nicht das andere Gespräch danach gewesen.
Ich habe ihn auf seine Ex angesprochen. Und ob er denkt, dass es wirklich gut ist, jetzt keinen Kontakt mehr zu ihr zu haben. Er hat schließlich noch (viel zu) oft von ihr geredet. Und er war ganz sicher noch nicht über sie hinweg. Nicht in drei Monaten. Nicht nach einer 2 1/2-jährigen Beziehung.
Und ich hatte recht. Er hat mir erzählt wie sehr er noch an ihr hängt. Dass er versuchen wollte, diese unendliche Leere, wie er es ausdrückte, zu füllen. Ich sei kein Lückenfüller, meinte er, er sehnte sich nur nach der Trennung so sehr nach einer Beziehung. Na, da kam ich ja gerade recht.
Er sagte, er wollte nochmal so eine Beziehung wie mir ihr. Doch dass das ja natürlich nicht ginge.
Und am Ende kam es soweit, meinte er, es wäre besser, wenn wir Freunde blieben in nächster Zeit.
Ich fragte, ob er noch eine Chance sehe für uns, irgendwann, wenn er über sie hinweg war, ob er mich dann noch wollen würde.
Ja, durchaus, aber er bräuchte jetzt erstmal ein bisschen Zeit.
Und dann ging er. Und ich weinte. Ich weinte befreiende Tränen. Und umarmte ihn ein letztes Mal. Ein geflüstertes "Tut mir leid" drang noch zu mir hindurch. Dann war es still. Unheimliche Stille, die nicht weichen wollte. Nur mein Schluchzen war zu hören. Und ich schwor mir eins: Niemals sollte mich nocheinmal ein Kerl so erniedrigt sehen. Ich würde niemals mehr für einen Kerl weinen, solange er mich sehen könnte. Niemals.
Dienstag gehen wir wahrscheinlich ins Kino. Und er hat sein vergeben noch nicht raus gemacht. Und ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Ich will ihm zeigen, dass ich auch anders kann. Fröhlich sein kann, gut gelaunt und lieb. Ich hoffe es wird nocheinmal was.
Ich hoffe es von ganzem Herzen.

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